Bundesfreiwilligendienst

Der Bundesfreiwilligendienst (BFD) ist am 01. Juni 2011 in Kraft getreten und durch die gesetzlich festgehaltenen Regelungen für Frauen und Männer aller Altersgruppen offen. Damit versteht sich der BFD als eigenes Angebot in mitten der Freiwilligendienste und bietet neuen Interessenten die Möglichkeit sich für eine befristet Zeit in einer sozialen Einrichtung zu engagieren. Durch das Bundesfreiwilligendienstgesetz (BFDG) werden alle Rahmenbedingungen rund um Einsatzbereiche, finanzielle Leistungen, Haftung und Arbeitsschutz geregelt. Hier die wichtigsten Regelungen im Überblick:

 

Freiwillige

Bundesfreiwilligendienstleistende (BFDler) können Personen jedes Geschlechts und Alters sein, einzige Voraussetzung ist - sie müssen die Vollschulzeitpflicht erfüllt haben. Personen die das 27. Lebensjahr vollendet haben, können den BFD auch in Teilzeit ableisten.

 

Einsatzbereiche, Dauer

Der Bundesfreiwilligendienst wird in der Regel ganztägig als überwiegend praktische Hilfstätigkeit in gemeinwohlorientierten Einrichtungen geleistet, insbesondere in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe, einschließlich der Einrichtungen für außerschulische Jugendbildung und für Jugendarbeit, in Einrichtungen der Wohlfahrts-, Gesundheits- und Altenpflege, der Behindertenhilfe, […]. Der Bundesfreiwilligendienst ist arbeitsmarktneutral auszugestalten.
Der Bundesfreiwilligendienst wird in der Regel für eine Dauer von zwölf zusammenhängenden Monaten geleistet. Der Dienst dauert mindestens sechs Monate und höchstens 18 Monate. Er kann ausnahmsweise bis zu einer Dauer von 24 Monaten verlängert werden, wenn dies im Rahmen eines besonderen pädagogischen Konzepts begründet ist. Der BFD unterliegt keinen einheitlichen Beginnterminen, das heißt der BFD kann jederzeit begonnen werden.

 

Pädagogische Begleitung

Zum Bundesfreiwilligendienst gehören Seminare und Bildungstage, für die eine Teilnahmepflicht besteht. Bei einer zwölfmonatigen Teilnahme eines unter 27-Jährigen BFDler sind dies mindestens 25 Tage und bei einem über 27-Jährigen BFDler sind es mindestens 12 Tage. Ziel der pädagogischen Begleitung ist es soziale, ökologische, kulturelle und interkulturelle Kompetenzen zu vermitteln und das Verantwortungsbewusstsein für das Gemeinwohl zu stärken. Für unter 27-Jährige BFDler gehört ein Wochenseminar zur politischen Bildung zu der Pädagogischen Begleitung.

 

Einsatzstellen

Ein Übersicht der Einsatzstellen beim PARITÄTISCHEN finden sie hier.

 

Vereinbarung

Die Bundesfreiwilligendienstvereinbarung wird zwischen dem Bund und dem Freiwilligen abgeschlossen. In der Vereinbarung werden Dienstzeitraum, Urlaubsanspruch, Taschengeld, Seminartage, sowie eventuelle Sachleistungen festgehalten. Die Vereinbarung wird von der Einsatzstelle, dem Träger, der dazugehörigen Zentralstelle, dem Bund und dem Freiwilligen unterzeichnet. Dieses Konstrukt ist sehr komplex, daher veranschaulicht das Schaubild „Die Struktur im BFD“ die genauen Zusammenhänge.

 

Bescheinigung, Zeugnis

Der BFDler erhält nach Abschluss des Dienstes eine Bescheinigung über den geleisteten Dienst, sowie ein schriftliches Arbeitszeugnis über die ausgeübten Tätigkeiten in der Einsatzstelle.

 

Zuständige Bundesbehörde

Verantwortlich für die Durchführung des BFD ist das Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA). Des Weiteren sind die Bildungszentren (ehem. Zivildienstschulen) mit der Durchführung der politischen Bildung für die unter 27-Jährigen BFDler beauftragt.

 

Arbeitsmarktneutralität

Im Gesetzestext taucht das Stichwort „arbeitsmarktneutral“ auf, dieser Begriff spielt eine bedeutsame Rolle im Bundesfreiwilligendienst. Arbeitsmarktneutralität bedeutet, dass der Bundesfreiwilligendienstleistende (BFDler) durch seine Tätigkeiten keinen hauptamtlichen Mitarbeiter ersetzen darf. Ferner resultiert daraus, dass der BFDler als zusätzlicher Helfer eingesetzt wird und somit nur unterstützende zusätzliche Hilfstätigkeiten ausüben darf.

 

Die Struktur im BFD

BFD Struktur